Am nächsten Morgen erledigen wir natürlich pünktlich die tägliche Surfschul-Routine. Auch Renato ist schon da und wirkt top fit. Nach dem Surf-Kurs kommt Karo mit Brownie vorbei und erzählt uns, dass unsere derzeitige Unterkunft in diesem paradiesischen Tal ab dem nächsten Tag wegen Eigenbedarf frei gemacht werden muss. Sie hat aber schon einen Plan, wo sie uns unterbringt. Wir kehren also noch einmal in das grüne Tal in den Bergen zurück und beginnen unsere Sachen zusammen zu packen. Wir drehen eine letzte Runde durch den riesigen Garten und verabschieden uns schweren Herzens von diesem tollen Flecken Erde, der uns so sehr ans Herz gewachsen ist. Aber da wir inzwischen gelernt haben, dass es in Portugal keine Probleme, sondern nur Lösungen gibt, fahren wir mit dem gepackten Caddy einfach zuversichtlich Karo hinterher. Und Karo steuert zielsicher den Praia de Monte Clérigo an. Als wir am überfüllten Parkplatz ankommen, ermutigt uns Karo, einfach in einen abgesperrten Bereich vorzufahren. Direkt neben dem Restaurante „O Sargo“ sagt Karo dann: „Wir sind da!“ Wir schauen sie etwas ungläubig an, aber sie schließt schon die Eingangstür des kleinen, strahlend weißen Hauses mit der blauen Fensterbemalung auf. Karo erklärt uns, dass dies ein kleines Ferienhaus ist, das Renato und ihr gehört und das sie vermieten. Da dieses gerade frei ist, können wir hier noch ein paar Tage zu einem ziemlichen fairen Preis unterkommen. Nachdem wir das Ferienhaus angeschaut haben, können wir unser Glück wieder mal kaum fassen. Karo hat uns aus dem einen Paradies abgeholt, nur um uns in ein neues Paradies zu bringen. Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen!
Das Ferienhaus verfügt über alles, was wir brauchen. Es liegt direkt am Strand und hat eine mega Dachterrasse mit Blick auf den Atlantik, über den ganzen Praia de Monte Clérigo und die kleine Siedlung. Darauf müssen wir erstmal ein kühles Getränk auf der Dachterrasse nehmen um die neue Umgebung auf uns wirken zu lassen. Der Atlantik rauscht fast ohrenbetäubend vor sich hin, der Strand ist gut besucht und aus der Küche des „O Sargo“ weht ein grandioser Duft von frisch zubereitetem Essen herrüber. Brownie liegt entspannt zwischen uns auf den Terrassenmöbeln und auch die Kinder sind ziemlich zufrieden mit der neuen Unterkunft. Wir verabreden uns mit Karo und Tobi zum Abendessen im „O Sargo“ und verbringen bis dahin den Nachmittag vor unserer Haustür, also direkt am Strand. Die Kinder haben schnell wieder Spielgefährten gefunden. Auch Carla, die sie aus dem Surfkurs bei Renato kennen, ist mit ihrer Familie am Strand. Wir genießen die Sonne, die Wellen und den leichten Wind. Um 19:00 Uhr werden wir Zeuge eines wirklich schönen Brauchs: Die Rettungsschwimmer holen an ihrer Aussichtsstation die Fahne ein und beenden mit einem eindringlichen und langen Pfiff in die Trillerpfeife ihre Schicht als Lifeguard für den heutigen Tag. Daraufhin steht der ganze Strand auf und spendet einen großen Beifall. Eine schöne Würdigung des so wichtigen Ehrenamtes und ein weiterer Beleg dafür, dass die Leute hier in Portugal wirklich auf eine sehr angenehme Art respektvoll miteinander umgehen. Als wir die Tür zu unserem Ferienhaus aufschließen, können wir es immer noch nicht so recht glauben, dass wir nur ein paar Schritte vom Strand entfernt wohnen können.
Gegen 20 Uhr treffen wir uns mit Tobi und Karo vor dem „O Sargo“. Das Restaurant ist komplett voll und eigentlich gibt es keine freien Tische mehr. Da aber Karo wieder alle Leute kennt, wird für uns irgendwie dann doch noch ein Tisch frei gemacht. Wie gesagt: Es gibt keine Probleme, nur Lösungen. Wir bestellen für die Kinder hausgemachten Eistee und für uns wieder reichlich weiße Sangria. Die Bedienung heißt Gina und kommt aus Deutschland. Sie gibt sich aber erst zu erkennen, nachdem sie geduldig unsere umständliche Bestellung in holprigem Portugiesisch mit englischer Unterstützung entgegengenommen hat. Gina bringt uns leckere Oliven, frisches Brot und überragendes Olivenöl. Wenig später bekommen wir das beste Ceviche unseres Lebens. Irgendwann brechen Karo und Tobi auf und wir schlummern wenig später beim herrlichen Rauschen des Atlantiks ein. Und so geht ein Tag zu Ende, der für uns Veränderungen brachte aber unseren Glaubenssatz verfestigt hat, dass man vor Veränderungen keine Angst haben muss. Erst recht nicht hier in Portugal. Und schon mal gar nicht, wenn man Karo an der Seite hat. Ihr wisst schon: Es gibt keine Probleme… und so.










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